Bund startet Pilotprojekt „Schneller Gründen“
Einfach, schnell, digital: Bund startet Pilotprojekt „Schneller Gründen“. Mit dem Startschuss für dieses wegweisende Konzept bringt die Bundesregierung die Digitalisierung der deutschen Gründungsszene einen entscheidenden Schritt nach vorn. Im Kern steht die Vision, die Gründung eines Unternehmens in Deutschland komplett online abzuwickeln – und das möglichst innerhalb von nur 24 Stunden.
Was heute noch nach Zukunftsmusik klingt, wird durch das neue Pilotprojekt erstmals im Alltag erprobt. Für Gründerinnen und Gründer eröffnet sich damit die Chance, den Bürokratiedschungel zu verlassen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Umsetzung der eigenen Geschäftsidee.
11.6.2026
Der digitale Kombiantrag: Revolution der Unternehmensgründung
Im Mittelpunkt des Pilotprojekts steht ein digitaler Kombiantrag, der erstmals in mehreren Bundesländern in der Praxis getestet wird. Bisher musstest du verschiedene Anträge stellen, um ein Unternehmen an den Start zu bringen: Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt, steuerliche Erfassung beim Finanzamt – und nicht selten kam noch das Registergericht hinzu. Jeder Schritt erforderte Zeit, Geduld sowie einen ganzen Stapel Papier. Das neue Verfahren fasst diese Prozesse zusammen. Ziel ist es, dass du alle nötigen Angaben gebündelt in einem Online-Formular ausfüllst und die Anfrage komplett digital einreichst.
Statt auf Termine im Amt zu warten und sich durch verschiedene Formulare zu kämpfen, erledigst du künftig alles am Laptop, Tablet oder Smartphone. Du kannst von überall aus gründen und erhältst eine Bestätigung für die Anmeldung direkt digital. Das Ziel geht weit über einen bequemeren Ablauf hinaus: Es geht um Tempo, Modernität und internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Gründungsstandort.
Pilotprojekt: Acht Standorte testen die Zukunft
Das Interesse seitens der Städte und Gemeinden am Pilotprojekt war immens: Über 330 Akteure aus dem ganzen Bundesgebiet wollten teilnehmen. Aus diesem Pool wurden acht Standorte ausgewählt, die nun die digitale Revolution der Gründungen anführen: Aachen, Dresden, Düsseldorf, Fulda, Goslar, Mannheim, München und Nordfriesland.
Die Auswahl erfolgte ganz bewusst, damit ganz verschiedene Rahmenbedingungen getestet werden – vom urbanen Startup-Hotspot in München bis zum innovativen Landkreis Nordfriesland. Auch technische Voraussetzungen und personelle Ressourcen flossen in die Entscheidungsfindung ein. So soll sich zeigen, wie der digitale Kombiantrag sowohl in Großstädten mit hoher Gründerdynamik als auch in ländlichen Regionen funktioniert.
Praxistest unter echten Bedingungen: Was Gründer jetzt erwartet
Entscheidend bei dem Projekt ist: Es handelt sich nicht um einen reinen Techniktest unter Laborbedingungen, sondern um einen Testlauf mit echten Gründungswilligen. Du kannst an den Pilotstandorten deine Unternehmensgründung mit realen Daten digital anstoßen und alles online ausfüllen – so, wie es später deutschlandweit Standard werden könnte. Die gesammelten Erfahrungen werden intern ausgewertet, um das System weiter zu verbessern und auf Herz und Nieren zu prüfen.
Auch die Kommunen, die aktuell noch nicht direkt am Pilottest teilnehmen, bleiben eingebunden und begleiten das Projekt beratend und organisatorisch. Im Laufe des Jahres sollen zudem weitere Städte und Landkreise hinzukommen, um die Testfelder sukzessive zu vergrößern und verbesserte Abläufe bundesweit vorzubereiten.
Warum Deutschland dieses Pilotprojekt braucht
Deutschland gilt oft als Land der Bürokratie. Wer schon einmal ein Unternehmen gegründet hat, weiß, wie komplex und langwierig der Prozess hierzulande sein kann. Lange Wartezeiten für Termine, schwierige Behördengänge, unübersichtliche Formulare – all das sind Hemmschuhe, über die viele innovative Ideen stolpern, bevor sie überhaupt Fahrt aufnehmen. Der Wunsch nach einfacheren Verfahren ist altbekannt und wurde in der Vergangenheit durch internationale Vergleiche immer wieder befeuert.
Das Pilotprojekt „Schneller Gründen“ nimmt sich dieser Herausforderung endlich substanziell an. Denn Länder wie Estland, Dänemark oder auch die Niederlande zeigen: Es geht längst viel schneller und einfacher, wenn Behörden digital und effizient arbeiten. Wer in einem solchen Klima gründet, kann sich auf das Wachstum seines Unternehmens konzentrieren, statt kostbare Zeit in Aktenordner und Warteschlangen zu investieren. Wenn Deutschland seine Position als attraktive Gründernation halten will, führt an einer konsequenten Digitalisierung kein Weg vorbei.
Weniger Hürden, mehr Unternehmergeist: Was sich für dich konkret ändert
Das Herzstück des neuen Systems ist die massive Vereinfachung des bürokratischen Gründungsprozesses. Statt dich durch vier oder fünf unterschiedliche Ämter zu kämpfen, erwartet dich künftig ein einziger zentraler Schritt: Der digitale Kombiantrag ersetzt die klassische Gewerbeanmeldung und die steuerliche Erfassung. Auch Schnittstellen zu Handelsregister, Handwerkskammer oder Sozialversicherung werden künftig integriert.
Für dich bedeutet das konkret: Keine mehrfachen Dateneingaben, keine widersprüchlichen Auskünfte bei verschiedenen Behörden und kein Papierkram mehr. Stattdessen gibt es eine einheitliche Benutzeroberfläche, intelligente Ausfüllhilfen, sowie rechtssichere Übertragung deiner Daten. Wenn der Test an den Pilotstandorten erfolgreich ist, kannst du schon bald bundesweit alle Weichen für deine Selbstständigkeit in wenigen Minuten stellen – ganz ohne Behördengänge, mit maximalem Fokus darauf, deine Geschäftsidee in die Tat umzusetzen.
Staatsmodernisierung als Gemeinschaftsaufgabe
Damit das funktioniert, sind zahlreiche Stellen miteinander vernetzt: Gewerbeämter, Finanzämter, Registergerichte, aber auch Landesministerien sowie das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) arbeiten eng zusammen. Insbesondere die technische Integration ist eine enorme Herausforderung: Jedes Amt hat bislang eigene Systeme, die nun im Sinne eines schlanken Prozesses verzahnt werden müssen.
Die begleitenden Landesministerien setzen dabei auf offene Schnittstellen, sichere Datenübertragung und gemeinsame Schulungen der Mitarbeitenden. Ziel ist es, durch Vernetzung und Zusammenarbeit Grenzen zwischen föderalen Zuständigkeiten zu überwinden. So entsteht nicht nur ein effizienter Service für Gründer, sondern auch ein Leuchtturmprojekt für die digitale Staatsmodernisierung in Deutschland insgesamt.
Perspektive: Der flächendeckende Rollout
Die Pilotphase ist bewusst als Testfeld angelegt: Mit den gewonnenen Erfahrungen soll das digitale Gründungsverfahren in den kommenden Jahren bundesweit verfügbar werden. Bereits jetzt zeigen die ersten Rückmeldungen aus den Teststandorten, dass der neue Kombiantrag in den Ämtern auf enormes Interesse stößt – sowohl bei den Gründungsinteressierten als auch innerhalb der Verwaltung.
Nach der Testphase werden die Prozesse bewertet und weiter optimiert. Geplant ist es, regelmäßig weitere Regionen dazuzunehmen, bis das System schrittweise den alten Papierprozess ablöst. Für dich bedeutet das: Die Chance, immer einfacher und schneller dein Unternehmen zu starten – ganz unabhängig von Wohnort oder Branche. Künftig soll niemand mehr an der deutschen Bürokratie scheitern, sondern mit wenigen Klicks den Weg in die Selbstständigkeit wagen können.
Selbstständig machen 2026: Was du schon jetzt wissen solltest
Auch wenn die digitale Gründung deutschlandweit noch nicht Standard ist, lohnt es sich, die Entwicklungen im Blick zu behalten. Informiere dich darüber, ob deine Region bald teilnimmt oder zu den Pilotstandorten zählt. Die digitale Transformation verändert schon jetzt die Erwartungen an Behörden und beschleunigt viele administrative Prozesse.
Mit dem Pilotprojekt „Schneller Gründen“ fördert die Bundesregierung Unternehmergeist und Innovation. Für dich heißt das: Je früher du dich mit digitalen Tools, Online-Gründungsplattformen und innovativen Prozessen vertraut machst, desto leichter fällt dir der Sprung in die Selbstständigkeit. Vielleicht bist du schon einer der Ersten, der von einer schnelleren, einfacheren und smarteren Gründung profitiert – ganz nach dem Motto: Einfach. Schnell. Digital.